
Vom 13. bis 16. August wird die Gedenkstätte Berliner Mauer ein weiterer Schauplatz im Berliner Themenjahr. Die Gedenkstätte zeigt eine hervorragend recherchierte Dokumentation zur Geschichte der Mauer, an der allein in Berlin 136 Menschen ihr Leben verloren. An sie wird in einem besonderen Gedenkort, dem Fenster der Erinnerung auf dem Sophien-Friedhof, erinnert. Auf einem Teil des ehemaligen Todesstreifens soll der Verlauf der ehemaligen Grenzmauer mit einer 700 Meter langen Reihe von Stahlstreben markiert werden. Auf dem dahinter liegenden Freigelände sollen Fluchtversuche, Fluchttunnel sowie die übrigen Bestandteile des Grenzsystems markiert und dauerhaft dokumentiert werden.
Zum Schauplatz bietet die Gedenkstätte verschiedenste kostenfreie Führungen zu Themen wie "Die Bernauer Straße vor und nach dem Mauerfall", "Die Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer", oder "Geschichten und Schicksale aus dem Kiez" an. Um Reservierung unter der Tel. 030-467 986 666 wird gebeten. Außerdem gibt es eine Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung sowie Open Air Kino auf dem Vorplatz der Kapelle.
Standort und Öffnungszeiten: Die Infobox am Nordbahnhof hat am Donnerstag, 13. August, von 10-19 Uhr, Freitag und Samstag, 14. und 15. August, von 10-21 Uhr und Sonntag, 16. August, von 10-18 Uhr geöffnet.
Open Air Kino vom 14.-15. August, Einlass 20.30 Uhr, Eintritt frei:
14. August, 21 Uhr:
"Eingemauert!" (Animationsfilm, DW TV 2009)
macht den Auftakt zu unserem Open Air Kino Wochenende am 14. August 2009. Dieser erst vor wenigen Wochen fertig gestellt Film ist ein Gemeinschaftswerk der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Animationsfirma ART + COM unter der Leitung und Finanzierung von Deutsche Welle TV. "Eingemauert!" zeigt eindrucksvoll und auf bisher nie da gewesene Weise, wie das System Grenze funktioniert hat, welche baulichen und technischen Raffinessen und Böswilligkeiten eingesetzt wurden, um die Menschen in der DDR im eigenen Land einzusperren. Der Film beginnt mit der Beschreibung und Reanimierung der Grenzanlagen an der Bernauer Straße und endet im sächsischen Dorf Hötensleben, wo sich die Mauer auch durch einige Gärten gezogen hat.
14. August, 21.30 Uhr:
"Grenzdurchbruch 89" (Filmstudio der Nationalen Volksarmee, 1989)
Die NVA Dokumentationen, Ausbildungsfilme sowie Filmmagazine richteten sich an Soldaten ebenso wie an die Kinoöffentlichkeit in der DDR und dienten der sozialistischen Wehrerziehung und politischen Motivation für die Armee. Durchaus unerwartet ist der Film "Grenzdurchbruch 89", der von einem NVA Filmteam zwei Tage nach der Maueröffnung vier Wochen lang gefilmt wurde. Das NVA-Filmteam hat Grenzsoldaten über die aktuelle Situation, ihre Gedanken und Empfindungen interviewt. Das Ergebnis sind beeindruckende Bilder von der Grenze und den Menschen, die sie bewacht haben: sie fühlen sich alleine gelassen und gewähren überraschende Einblicke in ihre persönliche Auffassung vom Mauerfall und dem Ende der Diktatur.
Die Produktionen des 1960 gegründeten Armeefilmstudios, des späteren Filmstudios der NVA, gingen mit seiner Auflösung 1991 in das Eigentum des Bundesarchivs über. Exklusiver und weltweiter kommerzieller Auswerter ist in dessen Auftrag der Progress Film-Verleih in Berlin.
14. August, 22.30 Uhr:
"Der Mann auf der Mauer" (BRD 1982, mit Marius Müller-Westernhagen)
Er will über die Mauer erst von Ost nach West, dann von West nach Ost. Einem zu Freiheitsentzug verurteilten DDR-Bürger gelingt zwar die Flucht nach Westberlin, aber er hält es nirgendwo aus: weder in der öden DDR, noch in der dekadenten Bundesrepublik. Desillusioniert kehrt er in den Arbeiter- und Bauernstaat zurück, wo ihn die Stasi anheuert. Schließlich versucht er seine Reiseprivilegien auszunutzen, um seiner Frau die Flucht in den Westen zu ermöglichen. Peter Schneider, der auch das Drehbuch schrieb, entdeckte die seltsame Geschichte des Querdenkers, der weder hinter noch vor der Mauer leben kann, in einer Tageszeitung. Dieser Film von Rainhard Hauff galt als einer der Kultfilme in der BRD der 80er Jahre. Marius Müller Westernhagen verkörpert in dieser Ost-West Tragikomödie den neurotischen Querdenker Kabe, der sich selbst eingemauert hat.
15. August, 21.30 Uhr:
"Esterhazy" (2005, Animationsfilm, 25 Min.)
15. August, 22 Uhr:
"Die Architekten" (DEFA 1990, 108 Min.)
Noch kann er sich an seine Ideale als junger Architekturstudent erinnern. Doch was ist daraus geworden? Karriere hat Daniel Brenner, 38 Jahre alt, nicht gemacht. Bisher konnte er nur Buswartehäuschen projektieren. Aus diesem Zustand der Lähmung wird er noch einmal herausgerissen, endlich scheinen seine Träume Wahrheit zu werden. Durch die Unterstützung seines alten Professors erhält er den Auftrag, für Berlins Neubaugebiet Marzahn ein kulturelles Zentrum zu schaffen. Einige seiner ehemaligen Kommilitonen gewinnt er für dieses Projekt, ein Team von leidenschaftlich-engagierten Jungarchitekten entsteht. Gemeinsam suchen sie nach Alternativen zu der staatlich verordneten Gleichförmigkeit, die weit über das Bauwesen hinaus bis in das Privatleben hineinreicht. Diese Erfahrung muss auch Daniel machen. Viel zu spät erkennt er, wie sehr seine Frau Wanda vom ewig gleichen Alltag erdrückt wird. Sie will nicht mehr warten, sondern ihr Leben im Hier und Heute leben, weshalb sie gemeinsam mit Tochter Johanna aus der DDR ausreist. Gleichzeitig zum privaten Desaster platzen auch Daniels berufliche Utopien, der staatliche Bürokratismus siegt erneut.